12 Okt
TV Waltenhofen - TSV Murnau 31:32
Nervenstarker Auswärtssieg: Murnauer Damen bleiben ungeschlagen
Vierter Sieg im vierten Spiel: Die Murnauer Damen setzen sich beim TV Waltenhofen knapp mit 32:31 durch und bleiben nach einem spannenden Auswärtsspiel in der Bezirksoberliga ungeschlagen.
Mit drei Siegen aus den ersten drei Saisonspielen im Rücken reisten die Murnauer Damen am Sonntag zum TV Waltenhofen. Dort wartete eine anspruchsvolle Auswärtsaufgabe, die sich im Laufe der 60 Minuten als echter Kraftakt erweisen sollte. Murnau erwischte zunächst einen hervorragenden Start und zeigte früh, dass die Mannschaft ihre Erfolgsserie unbedingt fortsetzen wollte.
Nach dem frühen 1:0 der Gastgeberinnen übernahmen die Drachen zunehmend das Kommando. Mit viel Zug zum Tor und einer konsequenten Chancenverwertung setzten sie sich innerhalb weniger Minuten auf 2:7 ab. Waltenhofen fand allerdings zurück in die Begegnung und arbeitete sich Tor um Tor heran. Vor allem Hannah Seitz (14 Tore) stellte die Murnauer Abwehr immer wieder vor Probleme. Beim 11:11 in der 19. Minute war der Vorsprung schließlich komplett aufgebraucht.
Anstatt sich davon aus dem Konzept bringen zu lassen, bewiesen die Gäste jedoch die nötige Ruhe. Nach einer kurzen Phase auf Augenhöhe gelang es Murnau, wieder mehr Kontrolle ins eigene Spiel zu bringen und sich bis zur Halbzeit erneut abzusetzen. Auch zwei verworfene Siebenmeter änderten daran zunächst nichts. Mit einer 18:14-Führung ging es in die Kabine – eine gute Ausgangslage für die zweite Hälfte, die allerdings noch einiges an Spannung bereithalten sollte.
Direkt nach Wiederanpfiff legten die Murnauerinnen nach und bauten ihren Vorsprung zwischenzeitlich auf sieben Tore aus. Beim 15:22 schien die Partie in die gewünschte Richtung zu laufen. Waltenhofen gab sich jedoch keineswegs geschlagen und blieb hartnäckig. Murnau fand offensiv weiterhin Lösungen und hielt die Gastgeberinnen zunächst auf Abstand. Auch die zwischenzeitlichen Treffer von Leonie Gebhart vom Siebenmeterpunkt halfen dabei, den Vorsprung zu behaupten.
In der Schlussphase geriet der bis dahin solide Auftritt allerdings zunehmend ins Wanken. Mehrere Zeitstrafen brachten Unruhe ins Murnauer Spiel, während sich im Angriff die Fehler häuften. Zudem blieb die Chancenverwertung vom Siebenmeterpunkt ein großes Manko: Insgesamt fünf Strafwürfe fanden an diesem Nachmittag nicht den Weg ins Tor. Waltenhofen nutzte die nachlassende Sicherheit der Gäste, verkürzte den Rückstand Schritt für Schritt und machte die Begegnung wieder spannend.
Als die Gastgeberinnen in den letzten Minuten immer näher kamen, war von der zwischenzeitlichen Deutlichkeit nicht mehr viel übrig. Murnau musste nun vor allem kämpfen, verteidigen und die verbleibende Zeit möglichst clever herunterspielen. Waltenhofen verkürzte weiter und kam kurz vor Schluss bis auf einen Treffer heran. Doch die Murnauerinnen behielten in der entscheidenden Phase die Nerven und retteten den knappen 32:31-Auswärtssieg über die Ziellinie.
Offensiv konnten sich die Gäste auf mehrere treffsichere Spielerinnen verlassen. Selina Mikulla und Leonie Gebhart waren mit jeweils sieben Toren die erfolgreichsten Murnauer Werferinnen. Lilli Gebhart und Antonia Hibler steuerten jeweils fünf Treffer bei, Jeanette Fritsch kam auf vier Tore. Damit verteilte sich die Verantwortung im Angriff auf mehrere Schultern: Ein wichtiger Faktor für den erfolgreichen Auswärtsauftritt.
Der knappe Erfolg zeigt allerdings auch, dass die Murnauerinnen trotz ihrer bislang makellosen Bilanz noch Luft nach oben haben. Der starke Beginn und die zwischenzeitlich deutliche Führung waren Ausdruck des Potenzials, das in der Mannschaft steckt. Gleichzeitig machten die verpassten Siebenmeter, die Zeitstrafen und die unruhige Schlussphase deutlich, dass solche Spiele unnötig eng werden können, wenn die Konzentration nachlässt.
Am Ende überwiegt dennoch die Freude über zwei weitere Punkte. Mit vier Siegen aus vier Spielen bleiben die TSV-Damen in der Bezirksoberliga ungeschlagen und können mit viel Selbstvertrauen auf die kommenden Aufgaben blicken. Der Erfolg in Waltenhofen war zwar kein souveräner Durchmarsch, aber ein Beleg dafür, dass die Mannschaft auch schwierige Spielphasen gemeinsam überstehen und enge Begegnungen für sich entscheiden kann.
Am kommenden Wochenende wartet ein Topspiel auf die Drachen. Am Samstag um 16 Uhr treffen die Murnauerinnen auf die ebenfalls ungeschlagenen Gäste aus Mindelheim. Das verspricht ein Handball-Spektakel!
Kader: Klimovà, Leonie Gebhart (7/4), Müller, Kleiner, Zipf, Winkle, Jarosch (2), Lilli Gebhart (5), Linde (1), Hiesinger (1), Hibler (5), Mikulla (7), Jeanette Fritsch (4), Jacqueline Müller.